Black Monday – was ist passiert?

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© unsplash/CDC
COVID-19 führt weiterhin zu massiver Verunsicherung unter den Marktteilnehmern, Italien stellte im Laufe des Freitags vereinzelte Regionen komplett unter Quarantäne. Zusätzlich kündigte Russland die Zusammenarbeit mit den OPEC-Staaten hinsichtlich einer Begrenzung der Förderkontingente von über März hinaus auf. Das Resultat war ein Preisrückgang am Ölmarkt von etwa 30 %. In Kombination mit weiteren negativen Corona-Nachrichten reagierten die internationalen Börsen mit einem Sell-off. Am Ende des Tages notierten die entwickelten Aktienmärkte zwischen 7 % und 8 % im Minus. Der MSCI World in Euro rutschte mit einem Minus von über 20 % seit seinem letzten Hoch in eine Bärenmarktphase, der S&P 500 steht mit einem Gesamtrückgang von zwischenzeitlich etwa 19 % knapp davor, den längsten Bullenmarkt der Geschichte zu beenden. Die Risikoaufschläge bei Anleihen weiteten sich dem Risk-off-Szenario entsprechend aus. Profitiert haben erneut Anleihen guter Bonität und Save-Haven-Währungen, während Gold auf dem aktuell sehr hohen Niveau nicht weiter zulegen konnte. Heute zeigt sich eine gewisse Gegenbewegung, dennoch bestimmt seit der globalen Ausbreitung des Coronavirus eine gewisse Grundpanik das Anlegerverhalten. Der weitere Verlauf und die finalen globalen volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind sehr schwer einzuschätzen. Die verschiedenen möglichen Szenarien liegen zwischen kurzer globaler Delle und dem Abdriften in eine globale Rezession. Die meisten aktuellen Einschätzungen gehen aber weiterhin von einer V- bis U-Erholung an den Aktienmärkten und keinem langfristig negativen Konjunktureinfluss aus. Dabei preist der Markt aber auch weitere Zinssenkungen in den USA ein.

Welche Änderungen ergeben sich in der Kathrein-Hausmeinung?

Wir verstärken unsere defensive Ausrichtung und reduzieren erneut unser Aktiengewicht. Konkret bedeutet das:
  • Wir erhöhen noch einmal die Gewichtung defensiver Aktien innerhalb des Aktiensegmentes. Der Kathrein Global Enterprise Fonds hat sich in der aktuellen Marktphase auf der Aktienseite bewährt, seit dem letzten Höchststand schlägt ein Minus von nicht ganz 14 % zu Buche, während der Euro STOXX 50 zwischenzeitlich -25 % und der MSCI World -20 % verzeichneten.
  • Gleichzeitig erhöhen wir abermals die Gewichtung der dynamischen Komponenten zulasten der Aktienquote. In der dynamischen Mischfondskomponente sind Aktien weiterhin untergewichtet.
In der aktuellen Situation mit täglich neuen Informationen und Entwicklungen gilt es umso mehr, sich flexibel in der Portfoliogewichtung zu zeigen. Eine erneute Portfolioanpassung in absehbarer Zeit ist durchaus möglich. Bevor wir wieder eine Risk-on-Ausrichtung einnehmen, monitoren wir die Entwicklung einiger ausschlaggebender Indikatoren. Das Wichtigste wird sein, dass sich die Ansteckungen außerhalb Chinas rückläufig zeigen und in den USA die Situation nicht eskaliert. Außerdem behalten wir Sentiment- und volkswirtschaftliche Indikatoren sowie die Gewinnentwicklung der Unternehmen und die Aktienbewertung im Auge. Die teilweise schon hohen Bewertungen an den Aktienmärkten haben das Ausmaß des Abverkaufs natürlich begünstigt, ab einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,4 (Durchschnitt der letzten Bärenmärkte) hat in der Vergangenheit die Aktienentwicklung wieder ins Positive gedreht.
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Obwohl wir der Meinung sind, dass die für diese Mitteilung herangezogenen Quellen von dritten Anbietern verlässlich sind, können wir keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier wieder gegebenen Informationen übernehmen. Die Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen daher nicht die individuellen Bedürfnisse der Anleger hinsichtlich der Ertragsziele und der Risikobereitschaft.