Schutzelemente für das Portfolio

Raiffeisen Zeitung - 26. September 2019

Die Kathrein Privatbank gibt Marktausblick und stellt ihr erstes exklusives Zertifikat vor.
Beim Kathrein Open House gab es diesmal gleich mehrere Premieren. Zunächst begrüßte erstmals der neue Vorstandsvorsitzende Wilhelm Celeda die vermögenden Privatkunden. Es war aber nicht nur ein persönliches Kennenlernen, sondern gleichzeitig wurde auch das erste Kathrein-Bonus-Zertifikat präsentiert. ,,Wir sind stets auf der Suche nach Opportunitäten am Markt, nach neuen Ideen und Innovationen. Die Reise hat uns zu unserer Schwesterbank Raiffeisen Centrobank geführt", freut sich Kathrein-Vorstand Stefan Neubauer, der wie Celeda im heurigen Jahr von der Centrobank - ebenfalls eine 100-Prozent-Tochter der Raiffeisen Bank International - zur Kathrein Privatbank wechselte. Das neue Bonus-Zertifikat ist für Neubauer ein ,,State-of-the-Art-Produkt" zur Diversifizierung des Portfolios und soll das Verhältnis von Risiko zu Chance optimieren. In der aktuellen Marktlage sind Zertifikate eine beliebte Alternative für Investoren mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont

Labile Situation

Um Investment- und Veranlagungsentscheidungen treffen zu können, skizzierte Raiffeisen- Chefanalyst Peter Brezinschek zunächst den Markt: ,,Wir haben eine labile Situation auf den Finanzmärkten, durch die politischen Instabilitäten, aber vor allem auch, weil die Notenbanken glauben, als Problemlöser auftreten zu können. Was am Anleihenmarkt passiert, ist fast eine Art Pyramidenspiel. " Die derzeitige große Unsicherheit hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung basiere vorrangig auf dem Handelsstreit zwischen USA und China, der auch auf Europa überschwappen könne, und dem Brexit. Für 2020 prognostizieren internationale Analysehäuser ein BIP-Wachstum für die Eurozone in einer Bandbreite zwischen 0,5 und 1,8 Prozent und für die USA zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Sollte der Handelskonflikt zwischen USA und China eskalieren, gebe es nur Verlierer, so Brezinschek. Die Prognosen von Raiffeisen Research unterstellen, dass es in der ersten Jahreshälfte 2020 zumindest ein Rahmenabkommen zwischen China und den USA gibt und bis dahin auch der Brexit gelöst ist - mit oder ohne Abkommen.

,,Aus unserer Sicht wird sich die wirtschaftliche Lage nicht mehr verschlechtern", gibt auch Harald Holzer, Chief Investment Officer und Vorstand der Kathrein Privatbank, eine Prognose ab und gibt Tipps, wie man in Zeiten, die von Ängsten getrieben sind, eine vernünftige Asset-Allokation vornehmen kann. Das Motto lautet ,,Protection for Correction". Holzer: ,,Man muss in einem bereits sehr langlaufenden Aktienbullenmarkt Elemente im Portfolio beimischen, die es schützen, falls es zu einem Rückschlag kommen sollte." Obwohl aus Vorlaufindikatoren ein sehr guter Zeitpunkt für Aktien abgeleitet werden kann (in solchen Phasen sind die Aktienmärkte in der Vergangenheit im Schnitt um 24 Prozent gestiegen), hält der Experte Korrekturen von rund 10 Prozent für möglich. Der Bullenmarkt, der im März 2009 begonnen hat, sei aber noch nicht zu Ende, denn die Bewertungen sind nicht hoch. Mit einem Kurs-Gewinn- Verhältnis von unter 20 hat es historisch betrachtet - mit nur einer einzigen Ausnahme 2008 - keinen Bärenmarkt gegeben. Aktuell liegt das KGV bei 17,6.

Aktien im Vorteil

Da man mit sicheren Anleihen auch unmöglich die Inflation abdecken kann, werden Aktien in der Kathrein Asset-Allokation derzeit übergewichtet. Anleihen bleiben zwar zur Absicherung in Krisenzeiten weiterhin im Portfolio, aber ,,man muss mehr Währungs und Bonitätsrisiken eingehen, um die Inflation abzudecken", so Holzer. Als weiteres Schutzelement setzt man auf globale Qualitätsaktien defensiver Natur mit höheren Dividendenrenditen, so Holzer. Global betrachtet haben Aktien mit einer Dividendenrendite von 2,5 Prozent einen Riesenvorsprung gegenüber Anleihen. Auf zehn Jahre gerechnet könnten die Aktien sogar um 32,7 Prozent fallen und man hätte noch immer mehr Rendite als mit Anleihen.

Intelligente Instrumente

Zur Optimierung des Chance-Risiko-Profils bietet die Kathrein Privatbank ihren Kunden nun erstmals auch ein Zertifikat. Philipp Arnold, Vertriebsleiter der strukturierten Produkte in der Raiffeisen Centrobank, erklärt: ,,Natürlich muss man bereit sein, mehr Risiko als bei Anleihen oder einem Sparbuch einzugehen, aber man trägt nicht so viel Risiko wie beim Direktinvestment in Aktien." Mit dem Kathrein-Bonus-Zertifikat bekommt der Investor jährlich 3,5 Prozent Fixzins und 100 Prozent des Nominalbetrags am Ende der fünfjährigen Laufzeit zurück, sofern die zwei zugrundliegenden Aktienindizes, der Euro Stoxx 50 und der ATX, im Beobachtungszeitraum nicht über 45 Prozent verlieren. ,,Zertifikate sind intelligente Instrumente für die aktuelle Marktlage", so Arnold. Aber auch in der Vergangenheit kann sich die Performance der Bonus-Zertifikate sehen lassen. Die RCB als Emittentin hat mit dieser Produktserie in der Vergangenheit eine Rendite von durchschnittlich 5,2 Prozent erzielt und damit die Entwicklung der Basiswerte um 2,1 Prozentpunkte geschlagen.