Monday Markets Mail #KW 32

am 3. August 2020

Industrie in Eurozone wächst wieder

  • Industrie in der Eurozone erholt sich nach Corona-Einbrüchen und ist zurück in der Wachstumsspur
  • Markit-Chefvolkswirt vermutet weiteren Anstieg der Produktion im August 
  • Coronabedingte Risiken wie Jobunsicherheit, höhere Arbeitslosigkeit und der Ausbruch einer zweiten Welle bleiben dennoch bestehen
Geldpolitik_Adobe Stock.jpg
© Adobe Stocks
Berlin (APA) - Die Industrie der Eurozone und ihrer größten Volkswirtschaft Deutschland hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte von den heftigen coronabedingten Einbrüchen erholt und ist zurück in der Wachstumsspur. Der Einkaufsmanagerindex für die Währungsunion kletterte im Juli um 4,4 auf 51,8 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu ihrer monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Damit liegt das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie wieder über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

"Produktion und Auftragseingang legten dank der anziehenden Nachfrage so kräftig zu wie zuletzt vor über zwei Jahren", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Der Auftragszuwachs war sogar stärker als die Produktionssteigerung - ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Produktion im August weiter zulegen dürfte." Die wieder gut gefüllten Auftragsbücher trugen demnach dazu bei, dass die Geschäftsaussichten wieder so optimistisch ausfallen wie vor Ausbruch der Pandemie im Jänner. Die Risiken würden aber hoch bleiben. "Eine höhere Arbeitslosigkeit, Jobunsicherheit, eine zweite Welle der Virusausbreitung und die nach wie vor nötigen Social-Distancing-Maßnahmen werden den Aufschwung unweigerlich bremsen", warnte Williamson. Auch die deutsche Industrie schaffte den Sprung über den Schwellenwert von 50: Hier stieg das Barometer um 5,8 auf 51,0 Punkte. Das ist sogar der höchste Stand seit Ende 2018.