Kommentar zum Jahreswechsel - Harald P. Holzer

Die Presse - 31. Jänner 2018

Ein gutes neues Jahr

Steigende Zinsen in den USA haben zu einem Rückzug der Anleger aus riskanteren Veranlagungen mit geringen Renditeaufschlägen geführt. Der Zinsanstieg soll aber auch das Heißlaufen der amerikanischen Wirtschaft und mögliche Blasenbildungen verhindern. Die genau beobachteten Früh- und Stimmungsindikatoren wiesen das ganze Jahr über bereits eine fallende Tendenz auf, die sich zum Jahresende nochmals beschleunigt hat. Die große Frage für das nächste Jahr ist, ob wir eine Wachstumsdelle sehen werden oder eine Rezession mit negativen Wachstumsraten.
Aktuell liegen die Wachstumsprognosen für 2019 in der Eurozone bei 1,6%, in den USA bei 2,6% und für die Welt bei 3,6%. Wie realistisch diese Werte sind, wird auch vom weiteren Verlauf des Handelskonfliktes zwischen den USA und China abhängen. In Europa würde ein harter Brexit, eine Verschärfung des Konflikts zwischen Italien und der EU sowie ein französischer Präsident, der mit seinem Reformprozess scheitert, zu Wachstumseinbußen führen. In diesem politisch wie wirtschaftlich unsicheren Umfeld werden die Märkte weiter volatil bleiben und sichere Veranlagungen stärker gewichtet werden als 2018.