Geldpolitik genauer betrachtet

MMM KW16, am 13. April 2020

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Um den wirtschaftlichen Schaden der „Coronakrise“ so gut wie möglich zu begrenzen bzw. um den Wirtschaftskreislauf mit ausreichend Liquidität (Geld) zu versorgen, greifen viele Zentralbanken auf ihr Wertpapierankaufprogramm (auch „Quantitative Easing“ oder abgekürzt QE genannt) zurück. Dabei kaufen die Zentralbanken von den Geschäftsbanken meist langfristige Staatsanleihen oder auch Unternehmensanleihen. Die Geschäftsbanken können in weiterer Folge Unternehmen Geld zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen, das bedeutet eine leichtere Refinanzierung für Unternehmen und geringere Ausfallsraten. Wir haben zusammengefasst, welche Schritte die wichtigsten globalen Notenbanken seit Ausbreitung der Covid-19-Pandemie gesetzt haben.

EZB

Der Leitzins steht unverändert bei -0,5 %, jedoch wurde ein neues Ankaufprogramm mit einem geplanten Volumen von 750 Mrd. Euro gestartet. Zusätzlich wurden zuvor gültige rote Linien aufgehoben: So kann die Notenbank nun mehr als 33 % einer Anleihe eines Landes kaufen. Des Weiteren müssen diese Länder auch nicht mehr dem Investmentgrade (gute Bonität) entsprechen (Stichwort: Griechenland und mögliche Abstufung Italiens). Zusätzlich ist es für die EZB möglich, in uneingeschränktem Ausmaß Anleihen von Staaten, welche sich in finanzieller Notlage befinden, zu kaufen.

Fed

Die US-Notenbank senkte die Leitzinsen um 150 Basispunkte. Das neue Zinsniveau liegt nun bei 0,25 %. Neben den Zinssenkungen wurde auch ein Ankaufprogramm von Anleihen und Hypothekenpapieren mit unbegrenztem Volumen beschlossen.

Schweizerische Nationalbank – SNB

Die SNB hielt den Leitzins unverändert bei -0,75 %. Um die Banken allerdings zu entlasten, wurde der Freibetrag, bei dem die Banken keine Negativzinsen zu zahlen haben, ab 1. April erhöht. Weiters wird das Devisenankaufprogramm, welches grundsätzlich zur Stabilisierung der eigenen Währung gedacht ist, ebenfalls massiv ausgeweitet. Der CHF ist als „sichere“ Veranlagungswährung in Krisenzeiten sehr beliebt und wertet daher auf. Das belastet das für die Schweiz wichtige Exportbusiness.

Bank of Japan – BoJ

Die BoJ ist Vorreiterin in Sachen Negativzins und Ankaufprogramme. Neben den Anleihenkäufen wurde das Volumen für das ETF-Ankaufprogramm (Exchange Traded Funds – hierunter fallen auch Aktien-ETFs) von 6 Bio. auf 12 Bio. japanische Yen (101,88 Mrd. EUR) pro Jahr erhöht.


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