Der Traum von der immerwährenden Rendite

Citywire - Oktober 2019

Der Absolute-Return-Bereich hat sich nur bedingt von der Marktschwäche 2018 erholt und konnte 2019 nur teilweise mit den Märkten mitgehen. Gehören Absolute-Return-Produkte trotzdem weiterhin in das Portfolio? Und wie setzt man sie effektiv ein? Fondsselektoren geben Antworten.
Absolute-Return-Fonds basieren auf einem verführerischen Gedanken: Frei von irgendwelchen Benchmarks erwirtschaften sie einen stetigen Ertrag. Durch die ausgeklügelte Konstruktion des Portfolios sind Volatilität und das Risiko extremer Drawdowns gering. Und doch zeigt sich beim Blick in die Citywire-Datenbank ein teilweise ernüchterndes Bild: In Euro denominierte Anleihefonds erwirtschafteten über die vergangenen fünf Jahre im Sektor-Durchschnitt 0,6 Prozent Rendite. Positiver hat sich der Sektor Absolute-Return- Mischfonds in Euro entwickelt. Über den gleichen Zeitraum lag der Durchschnitt im Sektor bei 6,5 Prozent Ertrag.

Eine Untersuchung der Fondsboutique Lupus Alpha, die sich mit der Entwicklung des Absolute-Return-Sektors und liquiden Alternatives- Strategien beschäftigt, bezeichnete die Performance der beiden Sektoren zuletzt dennoch als enttäuschend. Zwar erzielten alle Subsektoren im ersten Halbjahr 2019 eine positive Rendite, doch insgesamt ließ der Sektor mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,9 Prozent zu wünschen übrig.

Nach Einschätzung des CEOs und Managing Partners von Lupus Alpha, Ralf Lochmüller, konnten sie nur bedingt mit den guten Märkten 2019 mitgehen. Traditionelle Anlageklassen profitierten hingegen besonders von der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken und den folgenden Marktverzerrungen. „Offenbar waren viele Fonds nach dem Kursrutsch Ende 2018 zu defensiv aufgestellt und konnten von der Markterholung nicht im anzunehmenden Umfang profitieren“, sagt Lochmüller. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung aber auch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Fondsklassen und Sektoren innerhalb des Alternatives- und Absolute-Return-Bereichs. Die Citywire- Datenbank zeigt unter einzelnen Managern ein ebenso differenziertes Bild. Je nach Strategie und Fondsmanager kann der Sektor durchaus halten, was er verspricht.

Ein heikles Versprechen

Die Bezeichnung Absolute-Return- Fonds suggeriert dem Investor, dass er in jeder Marktphase mit positiven Erträgen rechnen kann. Diese Vorstellung ist verlockend, aber leider dauerhaft nicht zwingend erreichbar.
Hohe Fees und niedrige Zinsen setzen einigen dieser Fonds zusätzlich zu. Fasst man die Fonds und die in ihnen umgesetzten Strategien aber als Diversifikation zu den traditionellen Asset-Kategorien auf, kann bei entsprechender Selektion das Return-Risiko-Profil des Portfolios mitunter signifikant verbessert werden.

"Wie die Aktienmärkte haben auch AR-Strategien ihre Zyklen"
Wie die Aktienmärkte haben auch AR-Strategien ihre Zyklen, die ebenso schwer wie die Aktienmärkte zu prognostizieren sind. Nur solche Strategien, die langfristig am Markt sind, haben auch bewiesen, dass sie in der Lage sind, immer wieder interessante Sharpe-Ratios zu liefern. Dabei muss man sich auch von dem Gedanken lösen, dass Absolute- Return-Fonds keine positive Korrelation zu traditionellen Asset- Klassen haben. Erzielen Aktien und Anleihen gute Erträge, sollten ja auch die Absolute-Return-Fonds gut performen.

Wir setzen in unserer Asset-Allokation unseren hausintern gemangten Fonds Kathrein Yield+ ein, in dem wir eine breit diversifizierte Strategieauswahl umsetzen. Der Fonds konnte über die vergangenen Jahre im Vergleich zu seiner Peergroup erfreuliche Ergebnisse erzielen.