25.04.2012
Banken hoffen auf Heimkehr von Milliarden
Das ab 1. Jänner 2013 geplante Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Österreich, mit dem Steuerhinterzieher ihre Gelder in der Schweiz legalisieren können, bringt neben dem Fiskus auch die heimischen Banken auf den Plan: Sie sehen die Chance, dass Steuerhinterzieher Milliarden nach Österreich zurückbringen. Bis zu 20 Milliarden € sollen Österreicher laut Schätzungen bei den Eidgenossen gebunkert haben. Die heimische Finanz erwartet durch eine einmalige Abgeltungs- steuer bis zu eine Milliarde € zusätzliche Steuereinnahmen - für die Folgejahre sind 50 Millionen € Quellensteuer kalkuliert.
Rückführung.
"Eine Rückführung von Vermögen ist billiger, als es in der Schweiz zu belassen", erklärt Heinrich Weninger, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des Stiftungs-Office bei der Kathrein Privatbank. Abgesehen von einem günstigeren Steuersatz, der bei einer Selbstanzeige im Inland zu erwarten ist, sei das Geld "vor Ort mobiler und leichter behebbar" sowie die Spesenbelastung geringer als in der Schweiz.
Neben den heimischen Banken bereiten sich aber auch Schweizer Banken mit Niederlassungen in Österreich auf ihre österreichische Klientel vor, die ihr Geld aus der Eidgenossenschaft abziehen will.
Der "Wert" der Anonymität sei nur noch relativ und von sinkender Bedeutung, meint Weninger. Für die Geldverwendung sei nach dem "Know-Your-Customer-Prinzip" sowie nach Geldwäsche-Vorschriften eine Offenlegung der Identität und Geldherkunft notwendig. Eine "echte" Legalisierung der Schweizer Schwarzgelder ist ohnehin nur mit Selbstanzeige möglich. Verjährungsfristen nach dem Finanz- strafrecht bleiben trotz des geplanten Steuerabkommens mit der Schweiz aufrecht.
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- WirtschaftsBlatt 25. April 2012