Zinssenkungen in Europa für das 1.Quartal 2012 erwartet.

Langfristige Zinsen

Um einen Eindruck von der Stimmung der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren Zinsentwicklung zu bekommen, werden in den folgenden Tabellen die Zinsschätzungen der großen Investmenthäuser in Form des Mittelwertes dieser Schätzungen für das laufende Quartal präsentiert. Der Vergleich dieser Schätzungen mit der tatsächlichen Entwicklung in den vorangegangenen Quartalen soll darüber hinaus einen Überblick über die Genauigkeit dieser geben.


Die zugrunde liegenden Daten werden jeweils zu Quartalsbeginn von Bloomberg erhoben, wobei sich die befragten Institute von Quartal zu Quartal unterscheiden können. Für die Bloomberg-Schätzungen wurden unter anderem folgende Häuser berücksichtigt: Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan, Bank of Tokyo, Bayerische Landesbank, Société Générale, Commerzbank, Crédit Lyonnais, Deutsche Bank, HSBC, Barclays, BNP Paribas, Royal Bank of Scotland, UBS, Nomura, u.a. )


Renditeschätzungen EURO-Staatsanleihen 10 Jahre

In der Tabelle wird die jeweils höchste bzw. tiefste Schätzung sowie die Bandbreite einer Standardabweichung der normalverteilten Bewegung, d.h. jener Bereich, in dem 2/3 aller Fälle enthalten sind, gezeigt. Bewegen sich Schätzungen über diesen Bereich hinaus, sind sie damit eher als aggressive Prognosen einzustufen. Darüber hinaus wird auch jeweils die höchste und tiefste Prognose dargestellt.


Für das 4. Quartal 2011 gingen die Prognosen der meisten Analysten von steigenden Renditen von 1,89% auf 2,2% aus. Tatsächlich beendeten die Anleihen das Quartal bei 1,83 %. Schlechtere Kon- junkturdaten aus den USA und ein neuerlicher Ausbruch der Griechenland-Krise, die auf die größeren EURO-Staaten überzugriff, ließen die Renditen vor allem bei den deutschen Anleihen deutlich fallen. Für das 1. Quartal 2012 gehen die Analysten wieder von steigenden Renditen aus und sehen diese am Ende des 1. Quartals bei 2,03%.


Renditeschätzungen US-Treasuries 10 Jahre

Für das 4. Quartal 2011 gingen die Prognosen der meisten Analysten wie in Europa von stei- genden Renditen von 1,93% auf 2,3% aus. Die Renditen fielen aber tatsächlich bis Ende Dez- ember auf 1,88 %. Die Herabstufung der Kredit- würdigkeit der USA von AAA auf AA+ führte zu der paradoxen Situation, dass die Investoren da- durch weiter verunsichert wurden und erst wieder zu der sichersten Veranlagungen also US-Staatsanleihen griffen und diese damit zu neuen Höchstständen führten. Für das 1. Quartal 2012 sehen die Analysten steigende Renditen und prognostizieren 2,12 % für zehnjährige Laufzeiten bei US-Staatsanleihen.


Anhand dieser Tabellen kann auch gezeigt werden, wie schwierig es für Analysten und andere Marktteilnehmer ist, treffsichere Prognosen für die nächsten drei Monate abzugeben.


Kurzfristige Zinsen

Um einen Überblick hinsichtlich der Markt- erwartungen für die Entwicklung der kurzfristigen Zinsen zu gewinnen, werden die bereits jetzt für künftige Perioden vereinbarten 3-Monats-Zins- sätze herangezogen (z.B. der bereits jetzt ausgehandelte Zinssatz für eine zukünftige Veranlagung in den nächsten 3 bis 9 Monaten). Datenbasis für diese Zinssätze sind die entsprechend gehandelten Futures-Kontrakte.


Völlig unerwartet senkte die EZB den Leitzins zweimal im Quartal um 25 Basispunkte von 1,5% auf 1%. Damit wurde den schlechten Konjunkturaussichten in Europa und den USA Rechnung getragen. Aus der Futures-Kurve lassen sich aktuell für die EZB noch eine weitere Zinssenkung bis März um 25 Basispunkte und für die USA und die Schweiz keine Zinsschritte bis September 2012 ableiten.


Währung

Wie bei den Anleihenrenditen werden auch für die Währungen die Schätzungen verschiedener Investmenthäuser herangezogen, um einen Überblick über die Markterwartungen zu bekommen.


FX-Schätzungen USD

Die Schätzung der Analysten für das 4. Quartal 2011 ging von einer Seitwärtsbewegung des US-Dollar bei einem Kurs von 1,38 zu Quartalsende aus. Tatsächlich fiel der Kurs auf 1,296, da im 4. Quartal auch die Kernländer der EU von der Krise erfaßt wurden und die Zinssenkungen der EZB die den Euro unattraktiver gegenüber den USD machten. Für das 1. Quartal 2012 pro- gnostizieren die Analysten einen Kurs von 1,29 und gehen damit wieder von einer Seitwärtsbewegung des EURO im 4. Quartal aus.