EURO-Renditen steigen auf 1,62%
Langfristige Zinsen
Um einen Eindruck von der Stimmung der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren Zinsentwicklung zu bekommen, werden in den folgenden Tabellen die Zinsschätzungen der großen Investmenthäuser in Form des Mittelwertes dieser Schätzungen für das laufende Quartal präsentiert. Der Vergleich dieser Schätzungen mit der tatsächlichen Entwicklung in den vorangegangenen Quartalen soll darüber hinaus einen Überblick über die Genauigkeit dieser geben.
Die zugrundeliegenden Daten werden jeweils zu Quartalsbeginn von Bloomberg erhoben, wobei sich die befragten Institute von Quartal zu Quartal unterscheiden können. Für die Bloomberg-Schätzungen wurden unter anderem folgende Häuser berücksichtigt: Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan, Bank of Tokyo, Bayerische Landesbank, Société Générale, Commerzbank, Crédit Lyonnais, Deutsche Bank, HSBC, Barclays, BNP Paribas, Royal Bank of Scotland, UBS, Nomura, u.a. )
Renditeschätzungen Deutsche-Staatsanleihen 10 Jahre
In der Tabelle wird die jeweils höchste bzw. tiefste Schätzung sowie die Bandbreite einer Standardabweichung der normalverteilten Bewegung, d.h. jener Bereich, in dem 2/3 aller Fälle enthalten sind, gezeigt. Bewegen sich Schätzungen über diesen Bereich hinaus, sind sie damit eher als aggressive Prognosen einzustufen. Darüber hinaus wird auch jeweils die höchste und tiefste Prognose dargestellt.
Für das 1. Quartal 2013 gingen die Prognosen der meisten Analysten mit 1,61% von steigenden Renditen aus. Tatsächlich beendeten die Anleihen das Quartal bei 1,29 %. Für das 2. Quartal 2013 gehen die Analysten weiterhin von steigenden Renditen aus und sehen diese am Ende des 2. Quartals bei 1,62 %. Damit gehen die meisten Analysten von einer Erholung der Konjunktur im Euro-Raum aus, wobei die letzten Daten auf ein Anhalten der Rezession 2013 hindeuten.
Renditeschätzungen US-Treasuries 10 Jahre
Für das 1. Quartal 2013 gingen die Prognosen der meisten Analysten von leicht steigenden Renditen von 1,73% auf 1,78 % aus. Die Renditen beendeten das Quartal auch höher bei 1,85%. Für das 2. Quartal 2013 sehen die Analysten weiter steigende Renditen und prognostizieren 2 % für zehnjährige Laufzeiten bei US-Staatsanleihen. In den USA haben die Analysten mehr Grund von einer sich weiter belebenden Konjunktur aus zu gehen als in Europa, obwohl die notwendigen Haushaltskürzungen und deren Auswirkung noch für negative Überraschungen sorgen könnten.
Anhand dieser Tabellen kann auch gezeigt werden, wie schwierig es für Analysten und andere Marktteilnehmer ist, treffsichere Prognosen für die nächsten drei Monate abzugeben.
Kurzfristige Zinsen
Um einen Überblick hinsichtlich der Markterwartungen für die Entwicklung der kurzfristigen Zinsen zu gewinnen, werden die bereits jetzt für künftige Perioden vereinbarten 3-Monats-Zinssätze herangezogen (z.B. der bereits jetzt ausgehandelte Zinssatz für eine zukünftige Veranlagung in den nächsten 3 bis 9 Monaten). Datenbasis für diese Zinssätze sind die entsprechend gehandelten Futures-Kontrakte.
Die US-Notenbank hat wie erwartet den Korridor für die Federal Fund Rate bei 0% bis 0,25% belassen. In der Notenbank ist man der Ansicht, daß die außerordentlich tiefen Zinsen weiterhin gerechtfertigt sind, solange die Arbeitslosigkeit nicht unter 6,5% fällt und die Inflationsaussichten auf ein bis zwei Jahren nicht den Wert von 2,5% übersteigen. Trotz nach unten revidierter Wachstumsraten der EZB für den Euro raum von -0,9% bis -0,1% sieht man aktuell keine Notwendigkeit den Leitzins zu senken. Sollten sich die Daten aber weiter eintrüben könnte die Notenbank mit einer Zinssenkung auf 0,5% reagieren. Die Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank wird sich auch weiterhin an der Kursentwicklung des Schweizer Franken orientieren. An der Untergrenze von 1,2 gegen den Euro wird weiterhin festgehalten. Anfang Februar kam es zu einer Entspannung bis auf 1,25, doch wurde der SFR infolge der Wahlen in Italien und dem Hilfspaket für Zypern wieder stärker nachgefragt und Ende März bei 1,215.
Aus den aktuellen Libor-Futures lassen sich für die USA und die Schweiz keine Zinsschritte bis Juni 2013 ableiten. In Europa ist bereits ein weiterer Zinsschritt der EZB eingepreist.
Währungen
Wie bei den Anleihenrenditen werden auch für die Währungen die Schätzungen verschiedener Investmenthäuser herangezogen, um einen Überblick über die Markterwartungen zu bekommen.
FX-Schätzungen USD
Die Schätzung der Analysten für das 1. Quartal 2013 ging von einem schwächeren EURO aus, der von 1,32 auf 1,29 fallen sollte. Tatsächlich beendete der EURO das Quartal bei 1,28 wobei der Höchststand bei 1,77 lag und der Tiefststand bei 1,277. Für das 2. Quartal 2013 prognostizieren die Analysten einen Kurs von 1,30.



